Was ist COPD?

COPD steht für Chronic Obstructive Pulmonary Disease und wird im Deutschen meist als chronisch obstruktive Lungenerkrankung bezeichnet. Die Krankheit ist sehr ernsthaft und verläuft meistens schleichend, so dass sie oftmals unterschätzt wird. Ohne Therapie führt sie nicht nur zu einer immer geringer werdenden Lebensqualität, sondern bringt auch Komplikationen mit sich, die schließlich in vielen Fällen zum Tod führen.

Was passiert bei COPD?

Bei einer COPD verschlechtert sich die Lungenfunktion schleichend. Normalerweise kann die menschliche Lunge bis zu 3,5 Liter Luft gleichzeitig einatmen. Bei normalen Alltagstätigkeiten wird dieses Lungenvolumen aber eigentlich nie ausgeschöpft, ein typischer Atemzug enthält lediglich einen halben Liter Luft. 

Da die Lunge natürlicherweise große Überkapazitäten hat, merken die meisten Betroffenen über Jahre hinweg gar nicht, dass ihre Funktion über Jahre hinweg stetig abnimmt. Wenn die eingeschränkte Lungenfunktion den Alltag beeinflusst, ist die Krankheit meist schon stark fortgeschritten

Eine chronische Lungenfehlfunktion kann auch andere Teile des Körpers schädigen. Besonders das Herz und der Kreislauf sind von der Lunge abhängig, da durch sie lebensnotwendiger Sauerstoff in den Blutkreislauf gerät. Ist diese Sauerstoffzufuhr nicht mehr gegeben, sind Folgekrankheiten wie Herzinsuffizienz wahrscheinlich.

Die häufigste Ursache: Rauchen

Rauchen ist bei weitem die häufigste Ursache für COPD. Schätzungen gehen davon aus, dass 9 von 10 COPD-Patienten Raucher sind oder waren. Auch Passivrauchen kann dabei die Lunge so beschädigen, dass es zu COPD kommt.

Daneben gibt es noch weitere Faktoren, die zu COPD beitragen können. So sind Bergbau-Arbeiter eine weitere Risikogruppe für COPD. Auch Patienten, die seit jungen Jahren immer wieder unter Atemwegsinfektionen leiden, erkranken häufiger an COPD.

Die einfachste Maßnahme, das COPD Risiko zu minimieren ist daher für viele, Nikotinkonsum gänzlich zu vermeiden. Dies bedeutet nicht nur, dass man aufs Rauchen verzichten sollte, auch rauchgefüllte Räume sollten tabu sein.

Symptome von COPD

In den meisten Fällen beginnt COPD als eine chronische Bronchitis. Viele Raucher ignorieren die damit verbundenen Beschwerden verharmlosen sie z.B. als “Raucherhusten”. Folgende Symptome stehen oftmals am Anfang einer COPD:

Erste Anzeichen:

  • chronischer Husten über mehrere Monate
  • Auswurf
  • schnelle Atemnot

Im fortgeschrittenen Stadium werden diese Symptome dann immer offensichtlicher. Die Struktur der Lungenbläschen wird zerstört, was zu Lungenemphysemen führt, welche die Möglichkeit der Sauerstoffaufnahme und die Atmung zusätzlich stark erschweren. Eine fortgeschrittene COPD hat so folgende weiteren Symptome:

Fortgeschrittenes Stadium von COPD:

  • starke Atemnot, auch bei einfachen Tätigkeiten oder im Sitzen/ im Schlaf
  • schnelle Müdigkeit, Bewegungsfähigkeit ist deutlich eingeschränkt, kurze Wege fallen schwer
  • sogenannte Trommelschlägelfinger, Fingerspitzen wirken aufgrund von Sauerstoffmangel rundlich und die Fingernägel gewölbt.

Lebenserwartung bei COPD

Eine COPD kann das Leben deutlich verkürzen. Neben der erhöhten Gefahr eines Lungenemphysems tragen dazu außerdem die Auswirkungen auf den Herz-Kreislauf-Bereich bei. Hypoxämie, wie Sauerstoffmangel im Blut von Fachleuten genannt wird, kann nämlich nicht nur eine Herzschwäche verursachen, sondern auch entscheidend zum Tod durch Herzversagen beitragen.

Eine genaue Prognose zur Lebenserwartung eines einzelnen Patienten ist schwierig. Als Anhaltspunkt wird meistens die sogenannte Ein-Sekunden-Kapazität herangezogen, also die Luft, die innerhalb von einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Patienten mit COPD, die mehr als 1,25 Liter Lungenvolumen in einer Sekunde ausatmen können, haben gute Chancen, noch 10 Jahre und länger zu leben. Düsterer sieht es bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium aus: Wer weniger als 0,75 Liter Lungenvolumen in einer Sekunde ausatmen kann, hat meistens nur noch drei Jahre oder weniger zu leben. 

Unabhängig von der Lebenserwartung ist die sinkende Lebensqualität ein großes Problem bei COPD. Patienten werden träge und können sich kaum noch bewegen. Deshalb ist es wichtig, schnellstmöglich eine Therapie zu beginnen.

COPD Therapie

COPD ist eine unheilbare Krankheit. Dies bedeutet, dass es derzeit keine Möglichkeit gibt, die Lungenfunktion wieder vollumfänglich herzustellen. Bei einer COPD Therapie kann der Verfall der Lungen also lediglich verlangsamt werden.

 

Risikofaktoren sofort meiden

Der erste Schritt bei einer COPD Therapie ist es, alle Faktoren, die zur Krankheit geführt haben zu beseitigen. Bei vielen Betroffenen bedeutet dies zunächst, das Rauchen dauerhaft einzustellen. Nur so ist es möglich, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. 

Auch regelmäßige körperliche Betätigung, z.B. Spazieren gehen, kann gegen COPD helfen, da die Lungenfunktion so stimuliert wird und Muskulatur und Atmung in einem angemessenen Maß gefordert werden.

Medikamentöse Therapie

In den ersten Phasen von COPD wird die Krankheit meist medikamentös behandelt. Sogenannte Bronchodilatoren erweitern die Bronchien, indem sie die Spannung der Bronchialmuskulutur senken. Die Lungenfunktion wird so zwar nicht wiederhergestellt, zumindest mittelfristig können derartige Medikamente aber zu einer besseren Atmung und damit einer größeren Sauerstoffzufuhr beitragen. Diese Medikamente werden normalerweise inhaliert.

 

Sauerstofflangzeittherapie

Ist die COPD Erkrankung soweit fortgeschritten, dass die Sauerstoffzufuhr ernsthaft gefährdet ist, hilft eigentlich nur noch eine externe Zuführung von Sauerstoff. Diese Behandlung wird auch Sauerstofflangzeittherapie genannt, weil sie im Regelfall bis zum Lebensende des Betroffenen durchgeführt wird.

Bei dieser Form der Therapie wird dem Patienten durch die Nase hochkonzentrierter Sauerstoff zugefügt. Dieser gerät dann in die Lungen und in den Kreislauf, welches somit wieder genügend Sauerstoff erhält. Bei einer kontinuierlichen Therapie – im Regelfall brauchen COPD Patienten in späten Stadien mindestens 18 Stunden täglich Sauerstoffzufuhr – können sich die Lebensumstände wieder deutlich verbessern. Patienten werden wieder belastbarer und können vermehrt wieder am Leben teilnehmen.

 

Sauerstoffkonzentratoren in der COPD Therapie

Lange Zeit wurde diese Form der COPD Therapie mit Sauerstoffflaschen durchgeführt, die den Patienten regelmäßig geliefert wurden. Dies hat leider negative Effekte auf die Lebensqualität der Betroffenen, denn aufgrund der schweren Flaschen sind sie normalerweise an einen festen Ort gebunden. Das Aufkommen von Sauerstoffkonzentratoren hat dies geändert. 

Denn Sauerstoffkonzentratoren ziehen den benötigten Sauerstoff direkt aus der Luft und komprimiert ihn so, dass durch die Nase 90 Prozent und mehr Sauerstoff läuft. Stationäre Geräte erreichen dabei eine Kapazität von 5 Litern Sauerstoff und mehr, sind dabei aber immer noch so handlich, dass man mit ihnen ohne größere Probleme durch die Wohnung gehen kann. Mobile Konzentratoren werden immer leistungsfähiger und ermöglichen es dank Batteriebetrieb, über mehrere Stunden hinweg aus dem Haus gehen zu können, ohne dass der Gesundheitszustand darunter leidet.

 

COPD bleibt somit eine ernsthafte Krankheit, gegen die unbedingt so früh wie möglich vorgegangen werden muss. Dank moderner Sauerstoffkonzentratoren ist es mittlerweile aber möglich, auch in fortgeschrittenen Stadien weitgehend problemlos am Leben teilhaben zu können.