Wie misst man Sauerstoffgehalt im Blut?

Eine gute Sauerstoffversorgung des Blutes ist lebensnotwendig. Wenn es an Sauerstoff mangelt, kann es nämlich schnell zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. Deshalb sollte man die Sauerstoffsättigung seines Blutes regelmäßig messen. Doch wie macht man das?

Welche Funktion hat Sauerstoff im Blut?

Das Blut, das durch die Arterien fließt, ist mit Sauerstoff angereichert. Nachdem der Sauerstoff eingeatmet wurde, gelangt er durch die Lunge in den Blutkreislauf. Dabei wird Sauerstoff von Hämoglobin getragen und über die roten Blutkörperchen in den gesamten Organismus weiterverteilt. Eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff ist deshalb so wichtig, weil alle Zellen des Körpers ständig auf CO₂ angewiesen sind. Würde kein Sauerstoff durch die Arterien gelangen, hätte der Körper keine Lebensgrundlage.

Sauerstoffsättigung messen
Der Sauerstoff wird von Hämoglobin im Blut transportiert

Wie hoch ist die Sauerstoffsättigung im Blut?

Der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut wird auch als CaO2 Wert bezeichnet und normalerweise in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Blut gemessen. Normalerweise liegt die Sauerstoffsättigung dabei bei 18,6 mg/dl (Frauen) bzw. 20,4 mg/dl (Männer). Der Geschlechterunterschied ist darin begründet, dass Frauen generell über weniger Hämoglobin als Männer verfügen, weswegen weniger Sauerstoff transportiert wird. 

Liegt der Sauerstoffgehalt unter diesen Normwerten, so ist dies ein Zeichen dafür, dass etwas im Argen ist. In den meisten Fällen spürt man jedoch zunächst einmal noch nichts davon. Erst, wenn Symptome von Sauerstoffmangel auftreten, kommt bei den Betroffenen der Verdacht auf, dass etwas nicht stimmen könnte. 

Der kritische Bereich beginnt spätestens bei einer Sauerstoffsättigung von unter 12 mg/dl: Dann treten spürbare Symptome auf und eine ärztliche Behandlung muss schnellstmöglich begonnen werden.

Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut

Eine regelmäßige Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut kann kritische Situationen bereits im Vorfeld verhindern. In medizinischen Einrichtungen kann man beispielsweise eine Blutgasanalyse durchführen lassen, die ziemlich genaue CaO2 Werte angeben kann, allerdings auch verhältnismäßig aufwändig und teuer ist. Für eine regelmäßige Messung ist diese Methode daher weniger geeignet.

 

Sauerstoffsättigung messen mit einem Pulsoximeter

Im Alltag einfacher zu handhaben sind sogenannte Pulsoximeter. Dies sind sehr kleine, handliche Geräte, welche, meist an der Fingerspitze oder am Ohrläppchen, die Haut durchleuchten und dabei den Sauerstoffgehalt des Blutes messen. Sie messen zwar nicht so genau wie eine Blutgasanalyse, bieten aber gut brauchbare erste Ergebnisse, um Verdachtsmomenten nachzugehen. Dabei ist es nicht nötig, Blut abzugeben, sie funktionieren ausschließlich mit Licht. 

Wer so regelmäßig seine Sauerstoffsättigung im Blut misst, kann bei Verdachtsmomenten sofort einschreiten. Auf diese Weise können sowohl akuter Sauerstoffmangel als auch chronische Krankheiten früh genug erkannt werden, so dass man sofort Gegenmaßnahmen einleiten kann.

Folgen von zu niedrigem Sauerstoffgehalt

Denn die Folgen einer kritisch niedrigen Sauerstoffsättigung im Blut können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und lebensbedrohliche Zustände zur Folge haben. So kann derartiger Sauerstoffmangel beispielsweise zu:

  • Atemnot
  • Bewegungs- und Koordinationsschwierigkeiten
  • Erschöpfungszuständen, bei denen selbst einfache Tätigkeiten schwer fallen
  • Hautverfärbungen (grau oder transparent-bläulich)
  • sogenannten Trommelschlägelfingern
  • Herzinsuffizienz bzw. Herzversagen oder sogar zu
  • Multiorganversagen

führen. Ein niedriger Sauerstoffgehalt im Blut kann dabei sowohl akut als auch chronisch auftreten. 

Akuter Sauerstoffmangel im Blut

Akuter Sauerstoffmangel im Blut äußert sich meist durch Atemnot und eine bläuliche Verfärbung der Haut (z.B. in den Gliedmaßen oder auch im Gesicht). Diese Form des Sauerstoffmangels kann unterschiedliche Gründe haben, z.B.:

Gründe für akuten Sauerstoffmangel:

  • ungewohnte Höhenluft
  • Drogenmissbrauch oder Vergiftungen
  • akute Durchblutungsstörungen, z.B. Herzinfarkt, Thrombose oder auch
  • Erfrierungen

Bei einem akuten Sauerstoffmangel sollte sofort ärztliche Hilfe, z.B. in der Notaufnahme eines Krankenhauses, in Anspruch genommen werden. Bei schneller medizinischer Versorgung ist die Prognose auf eine Genesung relativ gut, der Sauerstoffgehalt im Blut kann sich also wieder erhöhen.

Chronischer Sauerstoffmangel im Blut

Auch ein chronischer Sauerstoffmangel erfordert schnellstmögliche ärztliche Betreuung. Bei dieser Form der Sauerstoffarmut ist der CaO2  Wert über längere Zeit im kritischen Bereich, meist wird der Mangel durch eine chronische Krankheit verursacht, z.B.:

Gründe für chronischen Sauerstoffmangel:

  • Chronisch-Obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)
  • chronische Herzinsuffizienz
  • Anämie
  • Lungenödeme oder auch
  • Krebserkrankungen

Bei einem chronischen Sauerstoffmangel ist es meist unmöglich, die Sauerstoffsättigung auf natürlichem Wege wieder zu erhöhen. Letztendlich sind die meisten Patienten dauerhaft auf eine externe Sauerstoffversorgung angewiesen, z.B. durch einen Sauerstoffkonzentrator. 

Chronischer Sauerstoffmangel könnte in vielen Fällen verhindert werden, wenn man regelmäßig den Sauerstoffgehalt des Blutes überprüft hätte.

Und es ist gar nicht schwer, den Sauerstoffgehalt im Blut selber zu messen. Mit Pulsoximetern hat jeder die Möglichkeit zu  Hause die Sauerstoffsättigung zu messen und zu überwachen.

1 Gedanke zu “Sauerstoffgehalt im Blut messen”

Kommentare sind geschlossen.