Was ist Hypoxämie?

Wenn der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut zu niedrig ist, dann spricht man von Hypoxämie. Diese Krankheit kommt meistens schleichend, kann aber viele Ursachen und – sofern sie nicht behandelt wird – lebensbedrohliche Folgen haben.

Wann spricht man von Hypoxämie?

In den meisten Fällen verläuft eine Hypoxämie schleichend und wird erst spät entdeckt. Der Sauerstoffgehalt im Blut wird normalerweise in Milligramm Sauerstoff pro Deziliter Blut gemessen, auch als  CaO2  Wert bekannt. Bei gesunden Menschen liegt dieser ungefähr bei mindestens 18,6 (Frauen) bzw. 20,4 (Männer).

Werden diese Richtwerte unterschritten, kann man von einer beginnenden Hypoxämie sprechen. Zunächst bemerken die meisten gar nichts von dem schwindenden Sauerstoffgehalt. Spätestens unter einem Wert von 12 wird die Krankheit jedoch kritisch.

Die Ursachen von chronischem Sauerstoffmangel

Eine akute Hypoxämie kann in seltenen Fällen von externen Faktoren, z.B. übermäßiger Höhenluft verursacht werden. Wenn der Sauerstoffmangel im Blut aber chronisch wird, liegt das in fast allen Fällen daran, dass eine andere Krankheit die Sauerstoffzufuhr behindert. So tritt Hypoxämie z.B. oft in Verbindung mit:

auf. Mehrere Krankheiten gleichzeitig sind dabei nicht unüblich: Wer beispielsweise unter COPD leidet, erhält aufgrund der geschädigten Lungenfunktion weniger Sauerstoff. Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel, das Herz wird nicht mehr ausreichend versorgt und es kann zu einer Herzinsuffizienz kommen.

 

Die Symptome

Wenn der Sauerstoffgehalt des Blutes einen kritischen Bereich erreicht, geht dies nicht spurlos am Körper vorbei. Verschiedene Symptome können auftreten, welche sich bei fortschreitender Krankheit meist verschlimmern und die Lebensqualität des Betroffenen deutlich einschränken. So kommt es bei Hypoxämie beispielsweise zu

  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit, selbst einfache Bewegungen fallen schwer, oft ist es dann unmöglich, selbst ein paar Schritte zu gehen.
  • Atemnot, auch in Alltagssituationen Schnappen nach Luft
  • Hautverfärbungen, besonders das Gesicht färbt sich grau
  • Schimmernde Haut wie beispielsweise blaue Lippen und Fingerkuppen
  • Trommelschlägelfinger, die Finger wirken aufgeblasen und die Nägel werden wie ein Uhrglas gewölbt.

Nicht alle dieser Symptome treten gleichzeitig auf. In frühen Stadien sind besonders Atemnot und Müdigkeit weit verbreitet. Leider können diese Symptome auch viele andere Ursachen haben, weswegen viele Betroffene zunächst einmal gar nicht an Hypoxämie denken. Eine Verzögerung der Diagnose kann den Krankheitsverlauf beschleunigen und unter Umständen sogar lebensbedrohliche Zustände zur Folge haben.

Feststellung von Hypoxämie

Schon vor den ersten Symptomen ist es daher empfehlenswert, regelmäßig den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Blutgasanalyse

Eine Blutgasanalyse wird von fachlich geschultem Personal durchgeführt. Besonders in akuten Notfällen wird diese Methode, bei der etwas Blut abgenommen und dann untersucht wird, angewendet. Sie ist vergleichsweise aufwendig und teuer, bietet dafür aber sehr genaue Ergebnisse.

Pulsoximeter

Ein Pulsoximeter ist ein kleines Gerät, das die Haut durchleuchtet (z.B. an der Fingerspitze oder am Ohrläppchen) und so den ungefähren Sauerstoffgehalt des Blutes misst. Diese Methode ist zwar weniger genau, kann aber auch vom Patienten selbst durchgeführt werden und bietet einen sehr guten ersten Anhaltspunkt zum Sauerstoffgehalt des Blutes.

Sollten regelmäßige Messungen den Eindruck einer Hypoxämie erwecken, sollte man unbedingt schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Therapie von Hypoxämie

Hypoxämie ist in vielen Fällen unheilbar, so dass eine Therapie die Symptome zwar lindern, aber nicht ganz verschwinden lassen kann. Ein Bestandteil der Therapie kann die Behandlung der mit der Hypoxämie verbundenen Krankheiten sein. Darüberhinaus gibt es zwei weitere Therapieansätze:

Medikamente

Medikamente werden vor allem in frühen Phasen eingesetzt und dienen besonders bei Lungenkrankheiten dazu, die Bronchien so zu weiten, dass so viel Sauerstoff wie möglich aufgenommen werden kann. Diese sogenannten Bronchodilatatoren werden gewöhnlicherweise inhaliert.

Sauerstofftherapie

Eine Sauerstofftherapie dient besonders bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf dazu, dem Körper zusätzlichen konzentrierten Sauerstoff zu geben, um den Sauerstoffgehalt des Blutes zu erhöhen. In letzter Zeit haben sich dabei mobile und stationäre Sauerstoffkonzentratoren als zentrales Element einer modernen Sauerstofftherapie etabliert. Diese ziehen Sauerstoff aus der Luft, konzentrieren diesen und führen ihn dann dem Patienten durch einen Nasenschlauch in den Körper. Dabei gibt es auch mobile Geräte, die es Hypoxämie Patienten ermöglichen, weiter am sozialen Leben teilzuhaben.

 

Hypoxämie ist somit eine nicht zu unterschätzende Krankheit, die schnell lebensbedrohlich werden kann und so früh wie möglich therapiert werden sollte. Bereits im Vorfeld ist es deshalb ratsam, regelmäßig den Sauerstoffgehalt des Blutes zu überprüfen, um bei auffälligen Ergebnissen schnell einen Arzt aufzusuchen.